Projektionsglas oder LED-Wand? Warum die eigentliche Frage eine andere ist.

Projektionsglas oder LED-Wand? Warum die eigentliche Frage eine andere ist.

Von der Suche nach der hellsten Lösung zur Suche nach der richtigen Lösung

Wer sich heute mit digitaler Fassadenkommunikation beschäftigt, landet früher oder später bei derselben Technologie: der LED-Wand.

Das überrascht kaum. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich LED weltweit als Standard für großformatige digitale Außenwerbung etabliert. Ob am Times Square in New York, an Flughäfen in Asien oder in Fußballstadien – überall dort, wo maximale Sichtbarkeit gefragt ist, dominieren LED-Installationen das Stadtbild.

Ihre Vorteile liegen auf der Hand. Sie erreichen hohe Helligkeitswerte, funktionieren bei nahezu allen Wetterbedingungen und ermöglichen brillante Bewegtbilder selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Für viele Anwendungen sind sie deshalb nach wie vor die technisch sinnvollste Lösung.

Dennoch lässt sich beobachten, dass sich die Anforderungen an Fassaden verändern. Insbesondere bei hochwertigen Geschäftsgebäuden, Hotels, Flagship Stores oder Unternehmenszentralen geht es längst nicht mehr ausschließlich darum, möglichst sichtbar zu sein. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich digitale Kommunikation in die Architektur integrieren lässt, ohne deren Charakter zu verändern.

Genau an diesem Punkt beginnt die Diskussion interessant zu werden.

Nicht, weil LED an ihre Grenzen stößt.

Sondern weil sich die Fragestellung verändert.

Architektur ist heute Teil der Markenidentität

Noch vor wenigen Jahrzehnten erfüllte eine Gebäudefassade vor allem funktionale Aufgaben. Sie schützte vor Witterung, brachte Tageslicht ins Gebäude und prägte dessen äußere Erscheinung.

Heute übernimmt sie häufig eine weitere Rolle.

Sie kommuniziert.

Ein Apple Store wirkt bewusst offen und transparent. Ein Porsche Zentrum inszeniert Fahrzeuge wie Ausstellungsstücke. Luxushotels investieren erhebliche Summen in Eingangsbereiche und Fassaden, weil der erste Eindruck längst vor der Rezeption entsteht.

Die Architektur selbst ist zum Bestandteil der Marke geworden.

Gerade deshalb stellt sich für viele Bauherren nicht mehr nur die Frage, wie digitale Inhalte dargestellt werden können, sondern ob die gewählte Technologie zur Architektur passt.

Wenn Sichtbarkeit nicht das einzige Ziel ist

Hier unterscheiden sich LED-Wände und Projektionsglas grundsätzlich.

Eine LED-Wand ersetzt einen Teil der Fassade durch ein dauerhaft sichtbares digitales Medium. Genau das macht sie so wirkungsvoll – sie ist jederzeit präsent und erzeugt maximale Aufmerksamkeit.

Projektionsglas verfolgt einen anderen Ansatz. Die Glasfassade bleibt tagsüber das, was sie ursprünglich sein sollte: transparent, offen und architektonisch unverändert. Erst nach Einbruch der Dunkelheit übernimmt dieselbe Fläche eine zweite Funktion und wird zur Projektionsfläche für Bewegtbild, Markenkommunikation oder Veranstaltungen. Beide Technologien lösen damit unterschiedliche Aufgaben. Die eine maximiert Sichtbarkeit. Die andere erweitert die Funktion einer bestehenden Architektur.

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